Vor dem Beginn der Hauptverhandlung war in den Medien zu lesen und zu hören, daß die Verteidigung im wesentlichen vorhabe, all das als Teil einer anderen — arabischen — Normalität zu vermitteln, was dem Angeklagten vorgeworfen werde und was die Anklagebehörde als belastende Indizien ansehe. Es sei kein Wunder, daß der Generalbundesanwalt in rund 120 Leitz-Ordnern Material vier Umstände habe finden können, die er nicht verstehe und deshalb gegen den Angeklagten auslegen wolle. In der Tat: Dieser Mangel an Verständnis, an Blick dafür, was in einem anderen Kulturkreis als normal gelten kann und was nicht, spricht auch aus dem Urteil gegen Mounir el Motassadeq. Die schriftlichen Gründe dieses Urteils sind es gewesen, die zu dem Entschluß geführt haben, dem Mandanten hier den Mund zu verbieten.

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